
Sehenswürdigkeit · Neustadt
Krameramtsstuben
Letzte erhaltene Fachwerk-Hofanlage Hamburgs aus dem 17. Jahrhundert – am Michel.
Die Krameramtsstuben sind die einzige erhaltene Wohnhof-Anlage des 17. Jahrhunderts in Hamburg-Mitte – ein 50 Meter langes Gässchen am Fuß des Michel, in dem die Witwen der Hamburger Krämergilde zwischen 1620 und 1700 ihren Wohnsitz nach dem Tod ihrer Ehemänner fanden. Die Krämer (Einzelhändler) waren eine der mächtigsten Zünfte der Hansestadt; die Stuben wurden teils als Lazarett, teils als Witwen-Versorgungseinrichtung errichtet. Heute zwei Funktionen: das Museum für Hamburgische Geschichte hat eine seiner Außenstellen darin (Eintritt 4 €, kleiner aber atmosphärischer Einblick in das hanseatische 17. Jahrhundert) und im Erdgeschoss-Sockel funktioniert das gleichnamige Restaurant Krameramtsstuben mit hanseatischer Küche – Aalsuppe, Pannfisch, Rote Grütze auf Schiefer-Brett, ungefähr genauso wie 1717. Außen: die malerische schwarz-weiße Fachwerk-Fassade auf der schmalen Krayenkamp-Gasse ist eines der meistfotografierten Motive Hamburgs nach Speicherstadt und Reeperbahn. Im Innenhof Reet und Holzbalkone, die so authentisch wirken, weil sie es sind. Anreise: U3 St. Pauli oder Rödingsmarkt, dann 8 Min Fußweg. Direkt am Aufgang zum Michel – ideal als Vor- oder Nachsatz zum Turm-Besuch.
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