Ärzte in sozialer Verantwortung

IPPNW Hamburg – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges

Die IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung ist eine der bekanntesten friedens- und gesundheitspolitischen Ärzteorganisationen weltweit. Die Regionalgruppe Hamburg – über Jahrzehnte als „Ortsgruppe Hamburg" aktiv – trug das Engagement der Organisation in die Hansestadt: für eine Welt ohne Atomwaffen, gegen die Risiken der Atomenergie und für die soziale Verantwortung des ärztlichen Berufs.

Gegründet wurde die internationale IPPNW 1980 von Ärztinnen und Ärzten aus Ost und West, die mitten im Kalten Krieg eine gemeinsame Sprache fanden: die der medizinischen Vernunft. 1985 erhielt die Bewegung den Friedensnobelpreis. Die deutsche Sektion versteht sich bis heute als „Ärzte in sozialer Verantwortung" und arbeitet in regionalen Gruppen – eine davon war über viele Jahre in Hamburg verankert.

Atomwaffen sind völkerrechtswidrig

Ein zentrales Anliegen der Hamburger IPPNW-Gruppe war die rechtliche und humanitäre Ächtung von Kernwaffen. Schon das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs von 1996 machte deutlich, dass der Einsatz von Atomwaffen mit dem humanitären Völkerrecht kaum vereinbar ist. Ärztinnen und Ärzte argumentierten dabei nicht juristisch, sondern aus ihrer Kernkompetenz heraus: Gegen die Folgen eines Atomkrieges gibt es keine sinnvolle medizinische Hilfe – die einzige Therapie ist die Verhütung.

Atomenergie: Krümmel, Tokaimura und die Lehren daraus

Hamburg liegt in unmittelbarer Nähe des Kernkraftwerks Krümmel an der Elbe, um das sich jahrelang die Debatte über eine auffällige Häufung von Leukämieerkrankungen bei Kindern drehte. Die IPPNW dokumentierte diese Diskussion ebenso wie internationale Reaktorunfälle – vom Kritikalitätsunfall im japanischen Tokaimura 1999 bis zu den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Aus ärztlicher Sicht ging es dabei stets um eine Frage: Welche gesundheitlichen Risiken sind einer Gesellschaft zumutbar?

Uranmunition und neue Sicherheitskonzepte

Auch die gesundheitlichen Spätfolgen von Uranmunition in Kriegsgebieten und die Debatte um neue, zivile Sicherheitskonzepte für Europa gehörten zum Themenspektrum. Statt auf militärische Abschreckung setzte die IPPNW auf Prävention, Abrüstung und internationale Zusammenarbeit – getragen von der Überzeugung, dass Gesundheit und Frieden untrennbar zusammengehören. Für ihr Engagement vergibt die Organisation unter anderem den Clara-Immerwahr-Preis, benannt nach der Chemikerin, die sich gegen den Giftgaseinsatz im Ersten Weltkrieg stellte.

Soziale Verantwortung in der Stadt

„Ärzte in sozialer Verantwortung" – dieser Leitgedanke reicht über die Atomfrage hinaus. Er umfasst die gesundheitliche Versorgung von Geflüchteten, den Einsatz gegen Folter und für die Menschenrechte sowie die Sorge um eine lebenswerte Umwelt. In einer weltoffenen Hafenstadt wie Hamburg fand dieses Engagement seit jeher einen natürlichen Resonanzraum – in Kirchengemeinden, Stadtteilinitiativen und an Orten des Gedenkens.

Sinnbildlich dafür steht das Mahnmal St. Nikolai, der Turmrest der im Krieg zerstörten Hauptkirche, der heute als Antikriegs-Mahnmal an die Schrecken der Bombardierung erinnert. Politische Verantwortung wird wenige Schritte entfernt im Hamburger Rathaus verhandelt, und das multikulturelle St. Georg rund um die Lange Reihe gilt seit Langem als Hamburgs zivilgesellschaftlich aktivstes Viertel.

Hamburg entdecken

Wer sich für das gesellschaftliche Leben der Hansestadt interessiert, findet in unserem unabhängigen Hamburg-Reiseguide die ganze Bandbreite der Stadt – von der Sehenswürdigkeiten-Übersicht über die Stadtteile bis zu Veranstaltungen, Hotels und Restaurants.

Hinweis: Diese Seite bündelt Informationen rund um die ehemalige Regionalgruppe Hamburg der IPPNW. Aktuelle Angebote und die bundesweite Arbeit der „Ärzte in sozialer Verantwortung" finden sich auf den offiziellen Seiten der IPPNW Deutschland.